Nach der Mandel-OP hat man leichte Nachblutungen. Im Normalfall. Bei mir hörten diese Blutungen nicht auf, sondern verstärkten sich. Also spuckte ich in regelmäßigen Abständen einen blutigen Schleim in die Tüte.
Irgendwann kam mir das komisch vor und ich habe nach einer Krankenschwester geklingelt und ihr erklärt, dass die Blutungen nicht aufhören. Sie meinte, sie wolle dies der Ärztin mitteilen und sei gleich wieder da. Nach kurzer Zeit war sie auch wieder da – mit einem Rollstuhl. Also rüber in den Stuhl. Dann ging’s auf eine andere Station in ein Behandlungszimmer. Das war so gegen 14 Uhr.
Dort wurde erstmal der Schleim und das Blut abgesaugt. Dann wurde ein Betäubungsmittel in den Rachen gespritzt, um das Nachbluten zu stoppen. Vier Stiche, je zwei pro Seite. Und ich muss sagen, eine soooo lange Nadel hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Die muss so lang sein, damit man auch bis in den Rachen kommt. Zwischenzeitlich wurde mir dann schwarz vor Augen, was die Ärztin schon im Entstehen erkannte und meine Beine hochlegte. Direkt auf dem Untersuchungsstuhl. Die Lehne ein weinig nach hinten und dann die Beine auf den Arztstuhl. Nach einer Weile ging es wieder. Dann wurde nochmal abgesaugt und darüber diskutiert, wie gut ich das alles aushalte. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich neben der Ärztin, vier Assistenzärzte und zwei Schwestern im Behandlungsraum auf, um das Geschehen zu beobachten. Danach wurde mir auf mein Bett geholfen, welches die Schwestern in den Behandlungsraum geholt hatten.
Anschließend ging es dann wieder ins Patientenzimmer, wo man mir zwei Kühlakkus gab. Beide für den Hals. Einer vorn, einer hinten. Dann bekam ich einen Tropf gegen die Schmerzen. Man brachte mir Tee. Den konnte ich aber nicht trinken, weil die Schmerzen so stark waren. Schlafen ging in Etappen von ca. zehn Minuten, weil sich immer wieder Schleim vor der Luftröhre sammelte und man aufwachte. Der Schleim ging dann in die Spucktüte und man versuchte wieder einzuschlafen. Das Schlucken versucht man sich wegen der starken Schmerzen zu verkneifen.
Als Jana wiederkam, hatten die Blutungen schon fast wieder aufgehört. Ich bat sie der Schwester mitzuteilen, dass der Tropf nicht wirkt. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Schmerzen im Ruhezustand bei 5 und beim Schlucken bei 9-10.
Später schaute die Ärztin noch einmal vorbei und sah sich meinen Hals an. Alles OK.
Ich bekam eine aufgelöste Voltaren-Tablette (50mg Diclofenac) gegen die Schmerzen. Die hat dann auch gewirkt. Schmerzen in Ruhe: 0-1, beim Schlucken: 5-7.
Mit Janas Hilfe war ich gegen Abend zur Toilette. Erst ganz langsam aufrichten, dann die Beine aus dem Bett baumeln lassen, die Zehen bewegen, etwas strecken, dann vorsichtig hinstellen und im Schneckentempo ins Bad schleichen.
Ich werde regelmäßig mit neuen Kühlakkus versorgt. Dreimal täglich bekomme ich jetzt Schmerztabletten.

