Der Tag nach der Mandel-OP

Heute ging es Alina besser. Sie hat sich noch einmal übergeben. Es war aber nur Schleim, kein Blut. Heute hat sie auch das erste Essen zu sich genommen: Vanille-Eis.

Alina geht’s besser

Die Zeit während und nach der Mandel-OP

Jana rief mich heute früh gegen 8:25 Uhr an und teilte mir mit, dass es bald losgehen würde. Ich fuhr darauf hin ins Krankenhaus. Dort traf ich aber nur noch Jana an, da die Kleine schon im OP war.

Das Warten ging los. Zwei Stunden mussten wir ausharren. Dann erst hatten wir sie wieder. Dabei wurde die Wartezeit vorher mit nur einer Stunde angekündigt.

Alina war noch sehr schläfrig. Ich weiß nicht, wie viel sie mitbekommen hat. Ihr Gesicht sah leicht geschwollen aus. Aber sie war ruhig und es schien ihr einigermaßen gut zu gehen. Jana streichelte sofort ihre Hände und redete ihr gut zu.

Als sie sah, dass ich da war, griff sie sofort nach meiner Hand. Nach einer Weile musste ich dann langsam wieder los. Als ich ihre Hand loslassen wollte, fasste sie plötzlich fester zu und ließ nicht mehr los. Jana erklärte ihr, dass ich wieder in die Firma muss und später wiederkommen würde. Dann lies sie los. In diesen Momenten wurde mir klar, WIE sehr sie mich mag. Dass ich einen hohen Stellenwert bei ihr einnehme, war mir schon klar. Aber nicht, dass dieser so hoch ist. Sehr bewegende Momente…

Kurz bevor ich verschwand, machte ich noch schnell zwei Fotos mit dem Handy. Alina versuchte sogar zu lächeln. :-)

Alina nach der Mandel-OP Alina nach der Mandel-OP

Nachmittags war ich noch einmal dort. Jana erklärte mir, dass Alina den ganzen Tag geschlafen hat. Sie hat sich im Laufe des Nachmittags ein paar Mal übergeben. Anfangs mit sehr viel Blut. Kurz bevor ich ging, waren in dem Schleim aber nur noch wenige Blutspuren.

Sie klagt über Schmerzen beim Schlucken. Dagegen bekommt sie alle paar Stunden Paracetamol-Zäpfchen. Alles in allem steckt sie es aber recht gut weg.

Alina nach der Mandel-OP Alina nach der Mandel-OP

Mandel-OP – Der zweite Versuch

Gestern wurde Alina im Krankenhaus Halberstadt vorstationär aufgenommen.

Dort wurde die vermutete Blutgerinnungsstörung um einiges ernster aufgenommen, als in Nordhausen. Daher wurde das Vorgehen während und nach der OP mit verschiedenen Fachärzten und der Oberärztin abgesprochen. Somit verbrachten Jana und Alina bis in die Nachmittagsstunden im Krankenhaus.

Heute sollte Alina dann gegen 19 Uhr im Krankenhaus sein, da morgen die OP durchgeführt wird. Die Unterbringung und damit auch die Entscheidung, ob Jana während der gesamten Zeit im Krankenhaus bei Alina bleiben wird, war bis heute abend noch nicht geklärt. Es stellte sich dann aber heraus, dass beide in einem Mutter-Kind-Zimmer auf der Neonatologie untergebracht werden.

Mutter-Kind-Zimmer auf der Neonatologie im Ameos-Klinikum Halberstadt

Neuer Termin für die Mandel-OP

Also, der neue Termin für Alinas Tonsillektomie steht fest. Am 30. Oktober wird sie vorstationär im Halberstädter Krankenhaus aufgenommen. Die Untersuchungen werden voraussichtlich bis Mittag dauern. Dann können wir wieder nach hause. Am 31. Oktober wird sie dann abends im Krankenhaus stationär aufgenommen. Einen Tag später wird sie operiert.

Für Jana gibt’s ein richtiges Bett und die Krankenkasse zahlt auch. Aussage der Barmer: Es gibt keine Probleme, wenn die Notwendigkeit durch einen Arzt bestätigt wird.

Mandel-OP – Der erste Versuch

Wir trafen heute gegen 8 Uhr auf dem Parkplatz des Südharz-Krankenhauses in Nordhausen ein. Das Umfeld der Klinik machte einen sehr gepflegten Eindruck. Dieser positive Eindruck wurde sogar noch verstärkt, als uns in der Aufnahme ein freundlicher junger Herr begrüßte, die ersten Dokumente überreichte und uns den Weg zur HNO-Station wies.

An der Info kauften wir dann eine Telefonkarte und die Dame erklärte uns, dass man für die Kinderklinik keine Kopfhörer bräuchte. Ich wunderte mich zwar, weil ein Aufenthalt in der Kinderklinik zumindest aus unserer Sicht nicht geplant war, dachte mir dann aber erstmal nichts dabei.

Bei der Ankunft auf der HNO-Station bot uns ein Pfleger an, die Taschen in einem Abstellraum abzulegen, damit wir diese nicht durchs ganze Haus schleppen müssten. Wir nahmen das Angebot dankend an und stellten unsere Taschen direkt neben dem Bierkasten ab. Ja, richtig gelesen. Neben den Bierkasten!

Wir gingen dann in die HNO-Ambulanz, wo die Krankenakte angelegt und Blut abgenommen wurde. Vor dem Blutabnehmen hat Alina sehr viel Angst und die nette Dame erzählte ihr von dem Schmetterling, der sich gleich auf ihren Arm setzen wird. Zur kurzen Erklärung- das Teil mit dem Blut abgenommen wurde sah tatsächlich aus wie ein Schmetterling! Allerdings ist die kleine Maus ja auch nich blöd und wusste ganz genau, was passieren wird. Der Schmetterling hat da nicht geholfen, aber ich fand die Idee und den Versuch wirklich süß. Sie bekam anschließend sogar ein kleines Hanuta geschenkt – fand ich wirklich toll. Ich bekam dann noch die Aufklärungsbögen für den Eingriff und die Anesthäsie und das Schlimmste des Tages war geschafft – dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt! Während wir auf die Untersuchung warteten flüsterte mir Alina zu: “Mama, das war garkein Schmetterling, das war ne Mücke! Schmetterlinge stechen doch nicht!”, später fragte sie mich wie denn die Mandeln aussehen und ich zeigte den Aufklärungsbogen über die Tonsillektomie. Dort war eine schöne Zeichnung zu sehen und Flo drehte sich zu mir um und sagte: “Das sind die Mandeln? Die sehen ja aus wie Kartoffeln!” Wir haben dann natürlich den Faden weitergesponnen und die Vermutung angestellt, dass es dann wohl am nächsten Tag Kartoffelsuppe gäbe. Ja, da war uns noch zum Scherzen zumute! Die Voruntersuchung machte eine Ärztin mit bayrisch- österreichischem Akzent (kann ich nicht genau sagen), der natürlich auch meinem Töchterchen auffiel, die nichts weiter zu tun hatte als zu fragen: “Mama, wie sprichtn die?” Leider fehlte mir die Chance es ihr zu erklären, da wir mitten im Gespräch waren und ich konnte nur hoffen, dass die Ärztin es nicht gehört hatte. Später kam dann noch eine zweite Ärztin dazu, die aber zu diesem Zeitpunkt noch keine große Rolle spielte. Sie war auch noch sehr jung, so dass ich zunächst dachte, es wäre eine Krankenschwester. Aber beide Frauen waren sehr, sehr nett – bis dahin keine Klagen.

Nach der Untersuchung ging es wieder zurück auf die Station. Wir warteten am Schwsternzimmer auf jemanden, der uns unser Zimmer zuweist und ein netter, kleiner, südländich aussehender und extrem gebroches Deutsch sprechender Arzt fragte nach den Papieren. Da uns diese niemand mitgegeben hatte, rief er in der Ambulanz an und fragte nach. Dann kam er freundlich lächelnd aus dem Schwesternzimer und fragte nach der anstehenden Laser-Tonsillektomie (TE). Ich sagte ihm, dass es sich bei dem Eingriff NICHT um eine Laser-TE handle, sondern um eine komplette TE. Er fragte, ob das Kind denn oft schwere Anginen mit Fieber hätte, die mit Antibiotika behandelt werden mussten und ich verneinte dieses, fügte aber hinzu, dass die Mandeln trotzdem komplett entfernt werden müssten. Er versuchte mir nochmal zu erklären, dass eine Tonsillektomie (komplett) bei Kindern normalerweise nur nach häufiger schwerer Angina gemacht wird. Ich versuchte ihm zu verstehen zu geben, dass ich das wüsste, aber dennoch eine komplette gemacht werden müsse. Er gab es dann mehr oder weniger auf und bat uns in den Untersuchungsraum der Station. Nachdem er einen Blick in den Rachen meines Kindes werfen durfte, bestätigte er (etwas kleinlaut) die Notwendigkeit der TE.

Ich dachte eigentlich, dass diese Problematik nun aus der Welt geschafft sein müsste – was ich nicht wusste: in der Krankenakte stand weiterhin Laser-TE! Das Problem, was sich nun stellte war, dass die Kleine für die Kinderstation vorgesehen war, da eine Laser-TE auch auf der Kinderstation gegangen wäre – so brauchte sie aber ein Zimmer auf der HNO!

Alina vertreibt sich die Zeit Dann ging das Warten auf ein freies Bett los. Man schickte uns in den Gemeinschaftsraum mit dem Fernseher (der aber nicht existierte). Von halb zehn bis kurz nach zwölf hat sich niemand um uns und die anderen Wartenden gekümmert. Alina erklärte nach etwa einer Stunde im Wartebereich, sie würde wohl bald die Geduld verlieren. :o ) Kurz nach 12 gab’s dann endlich Mittag für Alina. Für mich nicht, obwohl ich als Begleitperson gemeldet und auch angekündigt war. Wir teilten uns das Essen dann zu dritt, obwohl ich sagen muss, dass mir der Appetit fehlte. Ich empfand diese Situation als Zumutung – die lassen uns da ohne Worte über Stunden hinweg warten. Ich bin nur froh, dass Alina ein so ruhiges Kind ist – mit Kevin hätten wir verloren! Heftig fand ich den Umgang der Schwestern mit dieser Situation – man tat so als würde es die Wartenden nicht geben. Ich denke niemand hatte das Gefühl, dass irgendjemand von den Schwestern auch nur den kleinsten Versuch unternehmen würde, die Leute unterzubringen. Im Gegenteil: allein wartende Patienten wurden an einzelne freie Plätze an die Tische gesetzt und durften vor den Augen hungriger Familienangehöriger anderer Patienten ihr Mittagessen zu sich nehmen. Außerdem konnten wir Gespräche von anderen neu aufgenommenen Patienten wahrnehmen, die befürchteten bereits vom Personal vergessen worden zu sein. Wir waren also nicht die einzigen in einer solchen Situation.

Um halb eins fand das Aufklärungsgespräch zu dem Eingriff statt – im Gemeinschaftsraum! Die anderen fast zehn wartenden Personen hatten so die Möglichkeit zu erfahren, weswegen mein Kind im Krankenhaus ist und wie so eine Mandel-OP abläuft und was so zu beachten ist. Na is doch super – so konnten die Anderen auch noch was lernen! Und wer hat schon was gegen fremde aber interessante Unterhaltungen – zumal es wohl fast nicht möglich war, nicht zu zuhören! Da leider kein Platz mehr im Wartebereich für die Ärztin (übrigens die zweite Ärztin von der Erstuntersuchung) frei war, bot ihr Majo seinen an – nett wie er is! Bei diesem Gespräch erfuhr ich dann auch, dass wir nicht, wie erwartet, am Montag, sondern erst am Dienstag entlassen werden. Nach dem Gespräch schickte uns die Ärztin zur Anästhesie und erklärte mir, dass leider kein Bett auf der HNO für die Kleine frei wäre und wir daher für heute auf die Kinderstation müssten, aber dann natürlich morgen nach der OP auf die HNO kommen würde, da das Kind ja überwacht werden muss. NATÜRLICH!

Auf dem Weg zur Anästhesie – Majo kochte bereits – war mir beim Gedanken dort bald allein sein zu müssen eher zum heulen zumute.

Im Anästhesie-Gespräch wurde dann alles abgefragt, was im Fragebogen bereits von mir angekreuzt wurde und der Blutdruck gemessen. Zweimal, da die Manschette des elektronischen Messgerätes zu groß für Alinas Ärmchen war. Befanden sich anfangs noch zwei Ärzte mit uns im Raum, wuchs diese Zahl später dann noch auf vier an. Allerdings unterhielt sich dann nur noch eine Ärtzin mit mir. Die anderen drei sprachen über andere Themen. Wenn das dort überall so abläuft, ist klar, warum alle so ewig warten müssen. Ich erklärte der Ärztin auch hier, dass es sich um eine komplette Tonsillektomie handle und nicht um eine Laser-TE. Ja, sie wollte da dann nochmal nachfragen- unglaublich beruhigend!

Bierkasten Als wir wieder auf der HNO-Station eintrafen, wurde uns mitgeteilt, dass wir uns in die Kinderstation begeben sollten und dort bereits erwartet werden. Hier hieß es dann, dass wir – nur eventuell – am nächsten Tag dort ein Zimmer bekämen. Das könnte aber im Moment noch niemand sagen. Das hänge von der Bettensituation am Dienstag ab. Ich dachte echt ich spinne. Also holten wir unsere Sachen aus dem Abstellraum. Nebenbei machte Majo noch schnell ein Foto vom Bierkasten.

Auf der Kinderstation angekommen, bekamen wir – nachdem etwa 6 oder 7 Schwestern auf dem Flur stehend diskutierten, welches denn nun das geeignetste für uns wäre, UNSER ZIMMER. Ein Zimmer von der Größe eines sehr schönen Einzelzimmers – hier verwendet als Zweibettzimmer. Da bereits ein Bett belegt war, war ich überzeugt dieses Zimmer wäre ein Irrtum. Doch die Schwester erklärte mir, das wäre schon in Ordnung, weil sie mir noch eine Liege hereinschieben. Nach kurzem Blick durch das etwa 15m² große kleine Zimmer fragte ich sie: “Wohin?” Sie erklärte uns, die Liege würde zwischen die Betten geschoben. Ich wollte nur noch nach Hause! Auch stand uns beiden zusammen nur ein Schrank zu – jeder der schon mal im Krankenhaus war, weiß wohl, dass der Platz in den Schränken sehr eng bemessen ist. Diese waren für Kinder – also noch kleiner. Wir hätten nicht mal unsere Taschen darin unterbringen können. Nebenbei fragte uns die Schwester, ob denn die Kostenübernahme für mich gesichert wäre. Da ich davon ausgegangen war, dass dies der Fall ist, kam die Frage sehr überraschend. Sie sagte uns aber, dass es durchaus möglich wäre, dass die Kasse die Kosten nicht trägt und dann dürfte ich pro Tag 18€ zahlen – für ne Liege im viel zu kleinen Zweibettzimmer!!! Aufgrund unserer momentanen finanziellen Lage, war uns klar, dass wir diese Kosten nicht tragen könnten. Die Schwester sagte uns, Alina wäre ja auch schon ein großes Mädchen und könne ja auch allein bleiben – schön dass sie das einschätzen kann, wo sie das Kind ja auch so gut kennt! Ich hätte jeden Tag eine Fahrzeit von 2 Stunden gehabt, um sie zu besuchen – was zeitlich und auch finanziell garnicht möglich gewesen wäre. Und nur alle paar Tage besuchen??? Kommt garnich inne Tüte! Wenn es wirklich so sein sollte, dass die Kasse meinen Aufenthalt nicht übernimmt und Alina somit allein dort bleiben muss, dann ja wohl lieber in Halberstadt, wo ich 20 Minuten hinfahre!

Ich hatte das ganz starke Bedürfnis mich allein mit Majo zu unterhalten! Flo saß in “ihrem” Bett und sah fern. Wir gingen raus vor das Gebäude – eine rauchen und uns beraten. Majo beschloss, seine Mom anzurufen und sich die Nummen des Halberstädter Krankenhauses und der Krankenkasse herauszusuchen und sich schicken zu lassen – was sie auch umgehend tat. (Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!)

Er rief also bei der HNO-Station in Halberstadt an und fragte nach den Zimmerzuständen dort – insbesondere nach den Betten für die Begleitpersonen. Auf die Frage, ob dort eine Liege hinzugestellt wird oder die begleitenden Muttis ein Bett bekommen würden, reagierte die Schwester sehr überrascht und antwortete ihm mit: “… auch für Begleitpersonen gibt es richtige Betten!” Er machte also direkt einen Termin für den 14.11.07, was ich aber nochmal abändern muss, weil es in meine, mir sehr wichtigen, Praktikumszeiten fällt. Macht aber nichts – wir hatten die Entscheidung für Halberstadt und gegen Nordhausen getroffen!

Wir informierten zunächst das Personal auf der Kinderstation – diese waren sichtlich überrascht, boten uns aber an, während der Abmeldung die Kleine und auch die Sachen dort lassen zu können. Wir gingen also auf die HNO zurück und überreichten der Schwester – eine uns unbekannte Schwester, da zwischenzeitlich bereits ein Schichtwechsel stattgefunden hatte – die Krankenakte der Kleinen und erklärten ihr, dass wir uns damit wieder abmelden. Auch sie war sehr überrascht und schickte uns zur Ärztin. Vor dem Behandlungsraum warteten wir dann auch wieder etwa 20 Minuten. Während dieser Zeit wetterte eine Patientin, dass sie nie wieder in diese Klinik kommen würde. Nochmal will sie sowas (was auch immer) nicht durchmachen. Die Ärztin bat uns dann in einen seperaten Raum und fragte nach den Gründen unserer Entscheidung, sie bot sogar an, zu versuchen das die Kosten von der Klinik getragen werden. Aber die Versuche kamen zu spät – die Entscheidung war definitiv gefallen!

Dann holten wir die Kleine in der Kinderstation ab, suchten unsere sieben Sachen zusammen und gingen. Von dem halben Dutzend anwesenden Schwestern streiften uns nur ein paar Blicke. Ansonsten gab es aber keine weiteren Reaktionen. Also gingen wir wortlos.

Wir gaben die Telefonkarte wieder an der Info ab und bekamen das Geld wieder. An der Aufnahme erklärte man uns noch kurz aber (gewohnt) freundlich, dass wir uns nicht abmelden bräuchten. Das ginge automatisch.

Also traten wir die Heimreise an und unsere Laune verbesserte sich zusehends.