Auf dem Weg zur Arbeit fuhr schlich ein alter Mercedes Benz SL vor mir her. Den ganzen Pfeifenkrug runter so schön mit 60. Auf dieser kurvenreichen Strecke sind Überholmanöver schlicht unmöglich. Also schlich ich hinterher.
An der Einmündung der alten B6 mussten wir kurz warten, bis ein LKW vorüber war. Danach konnten wir fahren. Nach einer Weile gab der SL-Fahrer dann endlich Gas und wir überholten. Na bitte. Geht doch! Der Benz wurde vor mir zusehends kleiner, während ich zügig am LKW vorbeizog. Man muss ja zeigen, wie schnell man ist. Ich war noch garnicht ganz wieder eingeschert (fuhr also mittig auf der Straße), sauste plötzlich ein Porsche 911 Cabrio mit Goslarer Kennzeichen an mir vorbei. Man, war das ein Schreck. War doch kurz zuvor dieses Fahrzeug weit und breit nicht zu sehen. Der Porsche war auch relativ schnell wieder aus dem Blickfeld verschwunden, da er in einer Mischung aus Lückenspringen und Straßenrennen nach und nach an den vorausfahrenden Fahrzeugen vorbeizog. Wahrscheinlich wurde der Fahrer in seiner Freude am schnellen Fahren in der Vergangenheit durch die im Landkreis Goslar so stark verbreiteten Radarfallen zu sehr eingeschränkt. Da ist natürlich klar, dass man im morgendlichen Berufsverkehr rasen muss, sobald man die Grenze zum Landkreis Harz überschritten hat…
Den SL hatte ich kurze Zeit später wieder vor mir, da er hinter einem LKW festhing. Diesen überholte er, um dann mit genau einer LKW-Länge Vorsprung in Halberstadt einzufahren. Der Sprit-Strudel im Tank hat sich also so richtig gelohnt.
In Halberstadt bremste der LKW dann plötzlich, um eine Fahrradfahrerin über die Straße zu lassen. Zum Glück hat der ältere Fahrer mit Hut, im Auto hinter mir, diese Situation rechtzeitig erkannt.
Und was habe ich auf der Fahrt zur Arbeit gelernt?
Rasen lohnt sich nicht, Porsche-Fahrer sind ein Risiko im Straßenverkehr und ältere Herrschaften mit Hut sind, wider Erwarten, doch zu schnellen Reaktionen fähig.